ALLGEMEINES:
 
Nach dem astronomischen Kalender haben wir seit dem 21.Juni Sommer. Das Wetter in der Zeit um den 27.Juni ("Siebenschläfer") soll bestimmend sein für das Wetter in den nächsten sieben Wochen, also etwa bis zur Mitte des Monats August. Erfahrungsgemäß beträgt die Eintreffquote in Süddeutschland 60 - 70 %.

Auf eine bestimmte Region bezogen orientiert man sich bei der Einteilung der Jahreszeiten vorteilhafter nach dem Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklungen ("Phänologischer Kalender"). Im Durchschnitt der deutschen Regionen beginnt Ende Juni  auch der Hochsommer. Für eine bestimmte Region wird der Beginn des Hochsommers durch die Blüte der Sommerlinde,angezeigt. Wenn die Früchte der Eberesche reif sind, ist der phänologische Hochsommer dann vorüber. Dieser Zeitpunkt liegt meist in der ersten Augustwoche.

Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter im Fenster "Wetter und Klima im Überblick" > "Klima" > "Phänologische Jahreszeit".


GEMÜSEGARTEN:

Die Tomate ist eine sehr beliebte Gemüseart und kaum jemand, der nur irgendein geeignetes Plätzchen hat, wird nicht der Versuchung erliegen, es mit der Aufzucht und Pflege von einer oder mehreren Tomatenstauden zu versuchen. Die Topfpflanzen für Balkon und Terrasse lasse ich jedoch hier außer Betracht und und kümmere mich vielmehr um das Tomatenbeet.
Das große Problem ist bei den Tomaten die Kraut- oder Braunfäule. Das ist eine Pilzerkrankung, die anfangs die Blätter bräunlich werden läßt und dann auch auf den Früchten braune Flecken verursacht. Alles eine Entwicklung, die sich erst gegen Ende des Monats bis in den August zeigt, gegen die man aber schon jetzt etwas tun kann. Diese Pilzkrankheit breitet sich insbesondere bei Feuchtigkeit und warmen Temperaturen aus. Gegen die Temperatur kann man im Freiland nichts machen, jedoch man kann die Einwirkung von Feuchtigkeit verringern. Das beginnt bereits bei der Pflanzung. Mit allerlei Abdeckungen kann man den Regen fernhalten. Aber auch mit einem großzügigen Pflanzabstand sorgt man für eine gute Durchlüftung und damit für ein schnelles Abtrocknen der Tomatenpflanzen. Von einem künstlichen Beregnen sollte man bei Tomaten völlig absehen. Hier kommt noch die Gießkanne zum Einsatz. Bewährt hat sich dabei, wenn neben der Tomatenpflanze ein Blumentopf eingegraben wird. Dadurch kann ganz gezielt die einzelne Pflanze mit Wasser versorgt werden und man erhält einen Überblick über die zugeführte Wassermenge. Der tägliche  Wasserbedarf eines Tomatenbeetes soll in den Monaten Juli/August bei 4 bis 6 Liter/m²  liegen.
Ist die Braunfäule in den letzten Jahren regelmäßig aufgetreten, so empfiehlt sich die vorbeugende Behandlung mit einem Kupferspritzmittel. Dabei unbedingt die Gebrauchshinweise beachten! Vorteilhaft ist es auch, die Tomatenpflanzen nicht an Holzstäben zu befestigen, sondern Tomatenspiralen (Metall) zu verwenden. Die Metallstäbe lassen sich besser desinfizieren.


KRÄUTERGARTEN:

Viele Kräuter entwickeln attraktive Blüten, sodass es manchmal schwer ist zu entscheiden, ob die Kräuter nun zur Aromatisierung von Speisen oder mit ihren Blüten als Bienenweide dienen sollen.
So bildet z.B. der Schnittlauch schöne, hellviolette Kugelblüten aus. An einer geeigneten Stelle im Garten kann damit ein Blickfang eingerichtet werden. Man muss allerdings dann die Blüten rechtzeitig vor der Samenbildung entfernen, da die Pflanzen durch die Samenentwicklung so geschwächt werden, dass sie im Folgejahr keine Attraktion mehr sind.
Ein weiteres Beispiel für ein schön blühendes Kraut ist der Boretsch, auch Gurkenkraut genannt. Er wird im Garten bestimmt genau so oft nur wgen seiner Blüten gehalten, wie wegen seiner würzenden Eigenschaften.
Aber auch Thymian, Lavendel und Rosmarin entwickeln nicht nur interessante Aromastoffe sondern auch dekorative Blüten. Teilweise sind die Blüten sogar essbar. Außerdem enthalten viele Kräuter (z.B. Oregano) kurz vor oder während des Blühens besonders viele Aromastoffe in ihren Blättern, sodass sie dann besonders wertvoll für die Küche sind.

Sobald der Lavendel verblüht ist, sollte er zurückgeschnitten werden. Der Rückschnitt erfolgt am Übergang zum alten Holz. Es wird dadurch der Neutrieb angeregt. Die neuen Triebe können dann bis zum Herbst ausreifen. Auch bei anderen verholzenden Kräutern (z.B. Thymian) kann so verfahren werden.


OBSTGARTEN: 

Wer im letzten Herbst einen neuen Obstbaum gepflanzt hat, sollte darauf achten, dass der Baum in seinem ersten Standjahr ausreichend an Kraft gewinnt.
Bei sehr warmem Wetter und geringer Regenmenge muss ein neuer Baum reichlich gewässert werden. Er hat noch kein ausgeprägtes Wurzelwerk, um seine Belaubung versorgen zu können. Weiterhin gehört dazu, dass man den Baum nicht fruchten lässt und die entstandenen Fruchtansätze entfernt.

Die Pflegemaßnahmen an den älteren Obstbäumen bestehen jetzt im wesentlichen darin, die diesjährigen Triebe zu entfernen, soweit diese keine Bedeutung für eine gute Entwicklung der Baumkrone. haben werden. Ganz junge Triebe kann man mit der Hand ausreissen. Die verletzte Stelle am Baum ist dann klein und verheilt problemlos. 

Frühe Johannisbeersorten sind jetzt pflückreif. Hierzu wird empfohlen, den Schnitt der Sträucher gleich bei der Ernte durchzuführen. Da rote und weiße Johannisbeeren die meisten Früchte an zwei- bis dreijährigen Trieben entwickeln, achtet man darauf, dass der Anteil dieser Triebe am Strauch möglichst groß ist. Überalterte Gerüstäste erkennt man auch daran, dass die Neutriebe aauffallend kurz sind. Bei Büschen werden derartige Äste dann kurz über dem Boden abgeschnitten, bei Hochstämmen lässt man zwei bis drei schlafende Augen stehen.

Bei Baumobst ist zu beachten, dass die Früchte nicht zu eng stehen. Insbesondere beim Pfirsich sollten sich die Früchte nicht berühren, aber auch keinem Druck durch den Ast, an dem sie hängen, ausgesetzt sein. In etwa gilt die Regel, dass das Gesamtgewicht der Früchte vom Entwicklungsstand des Baumes abhängt. D.h. man erntet entweder viele kleine Früchte oder weniger, aber dafür größere Früchte.


Die Erdbeerernte ist zwar vorbei, aber die Arbeit mit dem Erdbeerbeet ist noch nicht zu Ende. Bekanntlich sind Erdbeeren keine Dauerkultur und sollten etwa nach dem dritten Standjahr gerodet werden. Daher müssen Ableger für ein neues Beet herangezogen werden. Dabei wird an einer Ablegerranke jeweils nur der erste Ableger belassen und der sich darüberhinaus entwickelnde Trieb entfernt. Die Wurzelbildung der Ableger kann man durch leichtes Andrücken an den Boden fördern.


 ZIERGARTEN: 

Die Rosenblüte geht langsam zu Ende. Bei mehrmals blühenden Rosen empfiehlt es sich, die verblühten Blüten herauszuschneiden. Damit wird verhindert, dass es zur Ausbildung von Hagebutten kommt. Mit der Blüte sollten auch gleich einige Blätter entfernt und der Schnitt kurz vor einer nach oben weisenden Blattachsel ausgeführt werden. Damit wird der Neuaustrieb gefördert, an dem die zweite Blüte stattfindet.

Wer seinen Rasen nicht schon im letzten Monat gedüngt hat, kann das jetzt noch nachholen. Ein günstiger Zeitpunkt ist vor einem ausgiebigen Regen. Wenn kein Regen bevorsteht, muss entsprechend ausgiebig gewässert werden.
Für einen Rasen, auf dem gespielt oder auch mal ein Gartentisch und Stühle aufgestellt werden sollen, gibt es nur wenige Pflegeregeln; Mähen - Wässern - Düngen! Mäher auf 4 - 5 cm Schnitthöhe einstellen, das Mähmesser immer wieder nachschleifen, häufig Mähen und nicht erst wenn das Gras knöchelhoch steht. Das ist die Voraussetzung für eine grünen und nicht bräunlich-gelben Rasen. Halten Sie das Gras feucht. Rasen verliert viel Wasser bei trockener Witterung. Gießen Sie mit Regenwasser aus der Tonne und halten Sie soviel Regentonnen bereit, dass nicht nur der Gemüsegarten bedient werden kann , sondern auch der Rasen. Beim Mähen fallen viele Auffangkörbe mit Grasschnitt an. Die Produktion dieses Grasschnitts erfordert entsprechende Nährstoffe im Boden: Also Grasflächen brauchen auch Dünger, und das mehrmals im Jahr.

Hohe Stauden, wie Rittersporn oder Sonnenhut, knicken bei stärkerem Wind leicht um. Vermeiden lässt sich das vorzeitige "Aus" der Blüte mittels Staudenstützen. Sie sind im Fachhandel erhältlich und sollten schon sehr frühzeitig angebracht werden und praktisch mit den Blütenstengeln "hochwachsen". Eine improvisierte Alternative stellen Stützen aus dünneren Stöcken (z.B. Bambus) dar, die man um die Staude anordnet und mit einer Gartenschnur mehrfach und in verschiedener Höhe verbindet.


 DÜNGUNG:

Es kann jetzt weiter gedüngt werden. Vorzugsweise mit Kompost aus dem eigenen Garten. Liegt eine Bodenanalyse vor, wird entsprechend der hoffentlich beigefügten Düngeempfehlung Mineraldünger ausgebracht.  
Für die Laubbildung wird besonders Stickstoff gebraucht. Bei der Stickstoffdüngung unterscheidet man zwischen Starkzehrern mit einem Bedarf von 20 g Reinnährstoff je Jahr und je m², Mittelzehrern mit einem entsprechenden Bedarf von 10 bis 15 g und Schwachzehrer mit einem Bedarf von 5 g.
Starkzehrer sind: Tomaten, Weißkohl (spät), Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rote Bete, Kürbis, hohe blattreiche Stauden, Rasen.
Mittelzehrer sind: Weißkohl (früh), Sellerie, Porree, Spinat, Kohlrabi, Chinakohl, Grünkohl, Möhren, Endivie, Kartoffeln, Gurken, Sonnenblumen, mittelhohe Schnittstauden, Rosen.
Schwachzehrer sind: Bohnen, Kopfsalat, Spargel, Erbsen, Feldsalat, Radies, Rettich, Zwiebeln, Erdbeeren, Sommerblumen, Obstbäume, Ziergehölze, Nadelgehölze, Polsterstauden, Schleierkraut, Schafgarbe.
Bei einem Bedarf von mehr als 5 g Reinnährstoff je Jahr und je m² sollte die Düngung auf mehrere Gaben verteilt werden. Die Stickstoffdüngung sollte aber spätestens sechs Wochen vor der Ernte abgeschlossen sein.

 

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